Wertigkeit der Arbeit

Die Wertigkeit der Arbeit ist die Wertschätzung und Wichtigkeit, die einem Arbeitsverhältnis durch den Arbeitnehmer zugedacht wird; sie variiert von Person zu Person und von Situation zu Situation.
Einflussfaktoren sind unter anderem zusätzliche Einnahmequellen, Möglichkeiten der Absicherung, bisherige Erfahrungen, persönliche Lebensumstände, Wünsche, angestrebte Ziele, die eigene Anspruchshaltung etc.

Einnahmequellen

Die Arbeit dient dem Arbeitnehmer hauptsächlich zum Geld verdienen und dieses Geld dient der Finanzierung von verschiedenen Bedürfnissen. Kann man kein Geld verdienen, sind alternative Finanzierungsmöglichkeiten erforderlich, um zumindest die so genannten Grundbedürfnisse befriedigen zu können. In Betracht kommen z. B.

wobei der letzte Punkt nicht in Erwägung gezogen werden sollte.

Je mehr und zuverlässiger andere Einnahmequellen einer Person zur Verfügung stehen, um so geringer wird die Wertigkeit der Arbeit für diese Person sein.

Absicherung

Die Absicherung gegen fehlendes Einkommen ist umso wichtiger, je weniger andere Einnahmequellen zur Verfügung stehen, vorrangig zur Finanzierung von Grundbedürfnissen wie Nahrungsaufnahme und Unterkunft, zusätzlich zur Einhaltung von Verpflichtungen und zur Finanzierung besonderer Bedürfnisse.
Die Absicherung kann beispielsweise

erfolgen.

Je einfacher, besser und zuverlässiger die Absicherung ist, um so geringer wird die Wertigkeit der Arbeit für einen Menschen sein, jedoch wird im Gegenzug die Wertigkeit besonders dann um so mehr zunehmen, je größer die persönlichen Verpflichtungen, Ziele und Wünsche sind.

Verlustängste

Verlustängste im Zusammenhang mit einem Job können auftreten beispielsweise hinsichtlich

Ein Arbeitnehmer, der solcherlei Verlustängste hat, wird auch Angst vor Arbeitslosigkeit haben, da mit einem Arbeitsplatzverlust oftmals die befürchteten Verluste verbunden sind.
Je größer die Verlustängste eines Arbeitnehmers sind, um so höher wird für ihn die Wertigkeit der Arbeit sein.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen nehmen beim Arbeitnehmer auf Grund von Wunschvorstellungen oder durch Jobvergleich Einfluss auf den Grad der Zufriedenheit.
Je mehr Jobs ein Mensch hatte, um so mehr unterschiedliche Erfahrungen hat er damit gesammelt und um so besser kann er Vergleiche zwischen einzelnen Jobs und Arbeitgebern ziehen. Aus diesen Vergleichen resultieren Wertungen, aus denen sich beispielsweise die Zufriedenheit mit dem jeweils aktuellen Job und die Wertigkeit der Arbeit ergibt.

Bei manchen Jobs findet man Arbeitsbedingungen vor, die psychischen Stress verursachen, sei es durch

Die drei nahe liegenden Lösungen zur Verringerung der psychischen Belastungen sind

Je höher die psychische Belastung für den Arbeitnehmer ist, um so höher ist seine Unzufriedenheit, was zu geringerer Leistungsbereitschaft und zu verstärkter Suche nach einer Job-Alternative führt.

Loyalität

Loyalität beruht wie Vertrauen auf Gegenseitigkeit.

Aber manche Arbeitgeber fordern Loyalität von den Mitarbeitern, auch wenn die Arbeitgeber selbst sich den Mitarbeitern gegenüber nicht loyal verhalten.

Wenn ein Arbeitnehmer vom Arbeitgeber nur die Priorität der Gewinnmaximierung vorgeführt bekommt, sollte er und wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nur die eigene Gewinnmaximierung im Auge haben, somit seine persönlichen Interessen und nicht die Interessen des Unternehmens.
Wer ohne zwingenden betriebswirtschaftlichen Grund nach Auslauf eines befristeten Vertrags einen neuerlichen befristeten Vertrag angeboten bekommt, bei dem die Vertragsdauer, die Vergütung, die Anzahl der Urlaubstage, eine Sonderzahlung oder mehreres davon gekürzt wurde, wird nicht nur weniger motiviert und loyal als bisher arbeiten, sondern auch die Wertigkeit seiner Arbeit anders sehen.

Wer heute nicht weiß, was morgen sein wird, kann einfach nur versuchen, für sich das Beste aus der momentanen Situation zu machen, so gut wie möglich seinen Vorteil aus dem jeweiligen Job zu ziehen, solange er ihn hat, und muss seine Energie ansonsten darauf verwenden, sich um Job-Alternativen für die Zukunft zu bemühen.